Stellungnahme zum Bundesverkehrswegeplan

Zur Situation in der Hauptstraße in Angelbachtal:

Der wichtigste Aspekt, ist die Gefährdung unserer Gesundheit durch den Durchgangsverkehr in den Hauptstraßen.
Durch die hohe Anzahl der Fahrzeuge, insbesondere des hohen Schwerlastanteiles von 20% und mehr, werden die Anwohner der Hauptstraße sowie die Anwohner aller weiteren Hauptverkehrsstraßen der Gemeinde stark belastet. Im Einzelnen durch sehr hohe Lärmpegel am Tag und auch in der Nacht, durch Fahrzeug-Abgase, Feinstaub, Unfallgefahren, Infraschall, Erschütterungen der Gebäude u.v.m.

Vor allem die Dieselabgase, die zum größten Teil durch LKWs erzeugt werden, verursachen durch die andauernde Exposition irreparable Gesundheitsschäden. Die IARC der WHO hat bereits am 12. Juni 2012 Dieselabgase als sicher krebserregend eingestuft (Gefahrenstufe 1)!! Durch besondere topologische (Steigung, Gefälle, dichter
Gebäudebestand direkt an der Straße durch schmale Gehwege (z.T. nur 60cm)) und metereologische Besonderheiten (Windrichtung, „Kanalbildung“ durch dichten Gebäudebestand etc.) verbleiben die von den Fahrzeugen erzeugten festen und gasförmigen Schadstoffe längerfristig im Bereich der Straße und der angrenzenden Grundstücke. Ein direkter Nachweis ist das Vorhandensein von Ruß, der mit den genannten Schadstoffen auftritt und der sogar in 40m Entfernung (über mehrere hohe Gebäude hinweg) im Garten nachweisbar ist. Selbst in den Wohnungen ist nach dem Abstauben mit einem feuchten Lappen, dieser „schwarz“.

Auch der permanente, durch den Verkehrslärm verursachte Stress, erhöht signifikant das Krebs- Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko, besonders für vorbelastete Risikogruppen, dazu zählen auch bereits viele erkrankte Anwohner mit Herz/Kreislaufproblemen und onkologisch erkrankte Personen. Zukunftsängste (u.a. wie wird es in 10 Jahren sein) verstärken das Risiko weiter.

Ein Durchschlafen in der Nacht ist ebenfalls nicht mehr gegeben. Gerade zur Schlafenszeit „donnert“ der Schwerlastverkehr durch die Straßen und das trotz einer Geschwindigkeitsbeschränkung auf Tempo 30 (Fhzg. > 3,5 to).
Wie soll man da am nächsten Tag seinen Arbeitstag bestehen?

Aber nicht nur unsere Gesundheit wird zerstört, auch unsere Immobilien werden stark beschädigt. Risse in den Fassaden, verdreckte, verrußte Fassaden, die man alle 2-3 Jahre durch hohe Kosten streichen lassen müsste, Wertverlust der Immobilie (wer möchte solch eine Immobilie zu einem angemessenen Preis kaufen?), an eine
Vermietung ist nicht zu denken (wenn doch, dann welches Klientel?, zu welcher „niedrigen“ Miete?). Wenn wir unser Haus nach 20 Jahren Renovierung und einer Investition von mehreren 100.000 € (inkl. der Zinsen für die Kredite) verkaufen müssten, hätten wir einen wirtschaftlichen Kollateralschaden. Also müssen !!! wir bleiben.

Aspekte zu Östringen:

Ich akzeptiere, dass Östringen eine Umgehungsstraße benötigt, da dort dieselben Verhältnisse wie in unserer Gemeinde herrschen (siehe oben). Und ich freue mich für die Menschen dort, dass es jetzt endlich wahr werden soll mit der Ortsumgehung und eine spürbare Entlastung damit einher geht.
Auch eine Wiederaufnahme des Gewerbebetriebs des ehemaligen ICI-Geländes durch die Fa. Bader, den Getränkelogistiker Winkel, die Spedition Rothermel und weiter Industrieansiedlungen finde ich gut, da es Arbeitsplätze schafft und unsere Region stark macht.
Aber das alles darf nicht zu einer Zusatzbelastung für die Gesellschaft und insbesondere für unsere Gemeinde werden.
Klar ist, wenn eine Ortsumgehung Östringen einmal etabliert ist, so wird der dort ansässige Schwerverkehr über die neue Umgehung auch durch die Angelbachtaler Hauptverkehrsstraßen (B292-Hauptstraße, B39 Richtung BAB-5 Zufahrt Rauenberg, B292 Richtung BAB-6 Zufahrt Sinsheim) fahren. Ebenso wird ein KFZ-Zusatzvolumen durch Verkehr über die BAB-5-Ausfahrt Kronau in Richtung BAB-6 Sinsheim und zurück, verursacht. Ein „bequemes“ Umfahren der Gemeinde Östringen wird die Situation für Angelbachtal noch einmal verschlechtern, zumal in diesem Bereich der BABs immer Verkehrsstaus auftreten.
Daher ist eine Insellösung der Verkehrsproblematik nur für die Gemeinde Östringen abzulehnen. Nur ein gemeinsames Vorgehen beider Gemeinden kann zu einer zufriedenstellenden Situation führen, die ich untenstehend aufführen werde.

Trassenführung der OU-Östringen B292:

Im „Projekt Informations System“ PRINS des BMVI wird eine mögliche Trassenführung der OU-Östringen vorgestellt (Referentenentwurf). Dem Entwurf stehe ich aus oben genannten Gründen ablehnend gegenüber. Der nicht hinzunehmende Teil der Trassenführung ist der letzte Abschnitt (Kreuzung der OU mit der K3520 und anschließender Rückführung der Trasse auf die bestehende B292). Dadurch bliebe für Angelbachtal erstens alles beim Alten und zweitens würde eine Zusatzbelastung (siehe oben) erwirkt werden.
Lassen Sie mich meine Alternative unterbreiten und begründen:

Modifikation der Trassenführung:

  1. Ausbau der bereits bestehenden K3520 ausgehend von der Kreuzung mit der OU bis zum Anschlusspunkt mit der B39 OU-Mühlhausen für den Schwerverkehr.
  2. Aufstufung der K3520 zur Bundesstraße (B292, denke ich)
  3. Ableitung des Schwerkehrs ab diesem Punkt (OU-Östringen/K3520) Richtung B39 (OU Mühlhausen)
  4. Sperrung der bestehenden B292 Richtung Angelbachtal für Fahrzeuge >2,8 to (sonst sind die sog. Sprinter ausgenommen) und Abstufung zur Land/Kreisstraße
  5. Parallel dazu muss die sog. „kleine Spange“ in Angelbachtal gebaut werden, damit nicht der gesamte abgeleitete Verkehr per B39 wieder durch den Ort fahren muss. Das bedeutet auch eine Aufnahme Angelbachtals in den BVWP2030 für diese Maßnahme Anm.: Die kleine Spange ist eine ca. 600m kurze Ortsumgehung Angelbachtals und schafft eine Verbindung im Norden Angelbachtals zwischen der B39 (nordwestlich) und der B292/B39 (nordöstlich)

Begründung und Effekte dieser Maßnahme:

  1. Entlastung und Vermeidung einer Zusatzbelastung (gesundheitliche, wirtschaftliche & soziale) der Einwohner
    Angelbachtals
  2. Adäquates bzw. besseres Kosten- Nutzenverhältnis durch den Wegfall der teuren letzten 900m der OU durch das Waldgebiet (OU-Östringen) und dadurch bedingten Bau der „kleinen Spange“, sowie dem Ausbau der K3520 für den Schwerverkehr
  3. Schonung der Umwelt, der dort lebenden Tiere und Pflanzen dadurch, dass keine wertvollen Natur- und Waldgebiete für den Straßenbau geopfert werden müssen
  4. Weitere Ökologische Aspekte, wie z.B. klimatische Beeinträchtigungen, Bodenerosion u.s.w.
  5. Vermeidung von externen Effekten die sich aus den oben genannten Gründen ergeben werden und sich in hohen sozialen Kosten für die Gesellschaft auswirken
  6. Ökonomische Vorteile für den Schwerlastverkehr (kürzere Fahrzeiten, geringerer Treibstoffverbrauch, da nicht mehr durch Angelbachtal gefahren werden muss)…
  7. Geringere Instandhaltungskosten für die Durchgangsstraßen Angelbachtals, da diese wesentlich weniger mit materialaufreibendem LKW-Verkehr beaufschlagt wird. Es ist zu bemerken, dass diese Durchgangsstraßen weder seitens des Straßenbelags, noch seitens des Untergrundes für diesen extremen Schwerverkehr geeignet ist.

Zusammenfassend möchte ich das Folgende äußern:

  • Die Gemeinde Angelbachtal ist durch das hohe Verkehrsaufkommen mit hohem Schwerlastanteil bis an die Grenze des Erträglichen belastet. Eine Zusatzbelastung durch noch mehr Verkehr und den damit einhergehenden Problemen ist nicht mehr zu ertragen.
  • Die Einwohner Angelbachtals werden dadurch gesundheitlich extrem geschädigt und werden dadurch schwer krank. Eine Unterlassung der Abstellung der dortigen Zustände ist inhuman. Ein Salamander der solchen Verhältnissen ausgesetzt werden würde (z.B. durch Erschließung eines Gewerbegebietes) würde ein neues Habitat erhalten, um zu überleben. Sind Menschen denn weniger Wert als Salamander?
  • Wird keine Abhilfe geschaffen, so schreitet die Zerstörung des alten Ortskernes weiter voran, und es entstehen „Geisterstraßen“, die mit Sicherheit nicht zum schönen Angelbachtaler Ortsbild passen (öffentliche Sicht).
  • Die Freude über die Verbesserung der Verkehrssituation in Östringen darf nicht zum Nachteil und zum „Super-Gau“für Angelbachtal werden. Nur eine gemeinsame Lösung ist eine gute Lösung!!!
  • Alle hier aufgeführten Komplikationen und Schwierigkeiten lassen sich durch die hier aufgezeigten Lösungen mit Sicherheit nicht beseitigen, aber doch zumindest so mildern, dass man in Angelbachtal noch leben kann.

Ich plädiere für eine wohlwollende und fürsorgliche Entscheidung zugunsten aller betroffenen Mitbürger, in der humane Belange die primären und wirtschaftliche Interessen die sekundären Entscheidungsgrundlagen bilden.

Angelbachtal, den 27.04.2016
Joachim Gross

1 Kommentar

  1. Die Umgehungsstraße
    Die Bürger werden endlich wach
    Und machen´s ihrem Hecker nach
    Sie lassen sich nicht mehr verdummen
    Drum soll ihr Ruf nicht mehr verstummen
    Die Bundesstraße muß jetzt raus
    Denn ihre Geduld, die ist jetzt aus
    Das Warten hat nun wohl ein Ende
    Nur eine Umgehungstraße bringt die Wende
    Mit Nachtfahrverbot und auch mit Blitzer
    Muß man bekämpfen LKW´s und Flitzer
    Denn dieser PKW- und Schwerverkehr
    Der fegt hier bald die Häuser leer
    Und die Gesundheit der Anwohner dieser Straßen
    Wird geschädigt durch den Lärm und den Abgasen
    Die alten Häuser werden durchgerüttelt
    Die Anwohner aus dem Schlaf geschüttelt
    Die Zeit des Zehnt ist längst vorbei
    Und auch des Bürgers Obrigkeitenbuckelei
    Zu Recht die Bürger aufbegehren
    Und gegen diesen Verkehr sich wehren
    Denn heute gilt auf alle Fälle
    Des Menschen Gesundheit steht an erster Stelle
    Ja wie ich´s wende und auch dreh
    Sie müssen weg die LKW
    Dabei sollte Politik bedenken
    Daß man den Verkehr um´s Dorf kann lenken
    Noch ist es dafür nicht zu spät
    Zu heben des Bürger Lebensqualität
    Mit der Wahl im Herbst wird sich entscheiden
    Ob die Politik weiter zusieht ob der Bürger Leiden
    Wer nämlich an solch´ Straßen wohnt
    Die Politiker bei der Wahl wohl kaum belohnt.
    AD05/2017

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*